Equity und Kreativität in der digitalen Bildung: Ein Abend für inklusive Zukunftsentwürfe
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Sistema THEAD bringt drei weltweit führende Stimmen – Mitch Resnick, Lucy Gill und Elissa Hozore – in Barcelona zusammen, um über eine bessere digitale Zukunft nachzudenken.
Am 25. Februar um 18:00 Uhr kamen wir im Palau Macaya (Barcelona) zusammen, um die dritte Sitzung der Reflexionsreihe „Mein digitales Recht: Barrierefreie Zukunft gestalten“ (begonnen im Dezember 2025) zu begehen. Die Konferenz und anschließende Podiumsdiskussion stand unter dem Titel:
„Gerechtigkeit und Kreativität in der digitalen Bildung: Lernen, Gestalten und Teilhaben mit Technologie“
Ein Treffen im Zeichen einer gemeinsamen Herausforderung: sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler – ohne Ausnahme – unter gleichen Bedingungen Zugang zu digitalen Umgebungen haben, darin teilnehmen und lernen können, ohne dabei das Wichtigste aufzugeben: die Kreativität.
In einer Atmosphäre des Dialogs, des Lernens und des gemeinsamen Engagements füllten sich die von den Organisatoren – Sistema THEAD, in Zusammenarbeit mit der Fundació "la Caixa" und der Diputació de Barcelona – bereitgestellten Räume des Palau Macaya bis auf den letzten Platz. Unter den Gästen waren Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Fachleute aus Bildungseinrichtungen sowie Personen mit einem besonderen Fokus auf digitale und technologische Inklusion.
Sie waren gekommen, um drei weltweit renommierten Experten zuzuhören, die einen Raum für Wissen und Reflexion eröffneten:
Professor Mitch Resnick: Forscher am MIT Media Lab, Leiter der Lifelong Kindergarten Group und Schöpfer von Scratch (Boston, USA).
Lucy Gill: Produktleiterin bei der Micro:bit Educational Foundation (England).
Elissa Hozore: Ehemalige Spezialistin für Informatikbildung am Maryland State Department of Education (MSDE), Sprecherin für Code in the Schools und Koordinatorin der Gruppe CS Access im Bundesstaat Maryland (USA).

ZENTRALE IMPULSE
Trotz ihrer unterschiedlichen Perspektiven waren sich die drei Experten in einem wesentlichen Punkt einig: Inklusion ist kein „Extra“, sondern der Ausgangspunkt.
Elissa Hozore teilte einen Leitgedanken für die Bildungsgestaltung: „Jedes Mal, wenn wir eine Lösung für den ‚Edge‘ (den Rand) finden, erweitern wir die ‚Middle‘ (die Mitte).“ Das bedeutet: Wenn wir Werkzeuge für diejenigen zugänglich machen, die auf die größten Barrieren stoßen, verbessern wir die Erfahrung für alle.
Zudem betonte sie, wie wichtig es sei, auf die Stimmen der Lehrkräfte zu hören, um die tatsächlichen Bedürfnisse in den Schulen zu verstehen. Ein einfaches „Ich weiß es nicht“ könne dabei oft Türen zu neuen Erkundungen und Antworten öffnen.
Lucy Gill erläuterte den Prozess, Micro:bit barrierefreier zu gestalten. Sie hob hervor, dass 2025 ein bedeutender Schritt gelang: Die Blockly-Oberfläche wurde durch die Einführung einer Tastatursteuerung für Blöcke zugänglich gemacht.
Sie unterstrich jedoch einen kritischen Punkt: Es reicht nicht aus, nur Werkzeuge zu entwickeln. Es mangelt an Begleitmaterialien (Anleitungen, Videos, Braille-Versionen) und an Fortbildungen für Lehrkräfte, um kreative Ansätze an unterschiedliche Bedürfnisse anzupassen. Zudem erinnerte sie an das schwierige Gleichgewicht zwischen Barrierefreiheit und Einfachheit: Zusätzliche Beschriftungen (Labels) können helfen, aber auch die Komplexität erhöhen.
Professor Mitch Resnick betonte, dass es angesichts der aktuellen „Disruption“ durch KI dringlicher denn je sei, Kreativität, Neugier, Fürsorge und Zusammenarbeit zu fördern.
Er präsentierte drei Bildungserfahrungen, die Kreativität fördern:
Das Entwickeln von Lösungen für Kinder mit Lego Mindstorms.
Die 150 Clubhouses in benachteiligten Gemeinschaften.
Octostudio, eine Variante von Scratch, die über mobile Geräte eine Verbindung zur realen Welt herstellt.
Resnick schloss die Veranstaltung mit einer Antwort auf eine Sorge des Publikums: „Es geht weniger darum, die Bildschirmzeit zu minimieren, sondern vielmehr darum, die Kreativitätszeit zu maximieren.“
Während seines Vortrags würdigte er zudem einen Meilenstein mit lokalem Bezug: Die katalanische Scratch-Community war eine der ersten weltweit und in Europa. Er hob das Engagement der Pioniergruppe sowie die monatlichen ScratchEd Meetups hervor, die die Community über die Jahre lebendig gehalten haben.
MITCH RESNICKS BUCH JETZT AUF KATALANISCH ERHÄLTLICH
Die Veranstaltung war zudem der feierliche Rahmen für die Veröffentlichung der katalanischen Ausgabe von Professor Mitch Resnicks Buch, das seine Bildungsphilosophie und wichtigsten Erfahrungen zusammenfasst: „Lifelong Kindergarten: Creative Learning – Lernen ein Leben lang, wie im Kindergarten“.
Diese von Sistema THEAD initiierte Originalübersetzung wurde mit großem Engagement realisiert. Wir wissen, dass diese Ideen nicht nur den Informatikunterricht, sondern die gesamte Bildungsinnovation beeinflussen. Es ist ein Buch, das die menschliche Entwicklung in den Mittelpunkt stellt – mit einem einzigartigen und notwendigen Blickwinkel.

